AUSRENKUNG KNIESCHEIBE

Anatomie:

Das Gelenk zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen wird Patellofemoralgelenk genannt. Dieses Gelenk wird in seiner Funktion durch eine Vielzahl verschiedenster anatomischer Strukturen beeinflusst. Die dadurch resultierende Biomechanik ist daher sehr komplex. Eine Instabilität in diesem Gelenk mit Schmerzen und oder stattgehabten Ausrenkungen (Luxationen) stellt eine besondere Herausforderung an Diagnostik und Therapie dar.

 

Diagnostik:

An erster Stelle steht eine genaue Befragung des Patienten. Dem schließt sich eine ausführliche Untersuchung an. Hier wird ein besonderes Augenmerk auf evtl. Achsfehlstellungen des Beines und auf den Grad der Instabilität gelegt. Im Rahmen der bildgebenden Diagnostik sind Röntgenaufnahmen und in den meisten Fällen auch eine Kernspinntomographie notwendig. Aufgrund des Komplexität des Krankheitsbildes sind in wenigen Fällen auch die Durchführung einer Röntgenaufnahme des gesamten Beins ggf. mit Computertomographie notwendig.

 

Therapie:

Konservative Therapie:

Die konservative Therapie ist im Rahmen der unkomplizierten Erstausrenkung der Kniescheibe ohne Begleitverletzungen möglich.

 

Operative Therapie:

Die operative Therapie ist bei der wiederkehrenden (rezidivierenden) Patellaluxation oder bei der Erstluxation mit Begleitverletzungen indiziert. Die Wahl der geeigneten Operationsmethode erfolgt individuell und kann nur nach ausführlicher wie oben dargestellter Diagnostik erfolgen. Folgende Operationsmethoden liegen vor:

1.    MPFL-Augmentation

2.    Tuberositasosteotomie

3.    Trochleaplastik

4.    Femorale und ggf. tibiale Achskorrektur

 

Postoperative Nachbehandlung:

Je nach durchgeführter Operationstechnik ist die Entlastung der betroffenen Extremität an Gehstützen für einige Wochen notwendig. Auch die Verwendung einer Knieorthese mit entsprechender Limitierung der Beweglichkeit kommt häufig vor. Direkt postoperativ wird jeweilig eine krankengymnastische Übungsbehandlung durchgeführt. In vielen Fällen ist die Durchführung einer Rehabilitationsmaßnahme nach Ausheilung notwendig.