KREUZBANDVERLETZUNG

Die Ruptur des vorderen Kreuzbandes ist eine der häufigsten Verletzungen des Kniegelenks. In den meisten Fällen sind junge, aktive Sportler betroffen. Begleitverletzungen des Kapselbandapparates sind häufig. Entgegen der Ruptur des vorderen Kreuzbandes ist die Verletzung des hinteren Kreuzbandes deutlich seltener.

 

Vorderes Kreuzband:

Die Verdrehung des Kniegelenks ist der häufigste Mechanismus der zur Ruptur des vorderen Kreuzbandes führt. Dabei kommt es meist bei feststehendem Fuß zu einer Verdrehung im Knie mit gleichzeitigem X-Bein Stress auf das Bein. Dies tritt gehäuft bei Sportarten mit plötzlichem Richtungswechsel auf z.B. Fußball, Basketball, Skifahren.

 

Beschwerden:

Nach Ruptur des vorderen Kreuzbandes bildet sich relativ schnell eine schmerzhafte Schwellung (Erguss) des Kniegelenks. Eine schmerzhaft eingeschränkte Beugefähigkeit in den ersten Tagen nach dem Unfall ist häufig.

Aufgrund der Kreuzbandruptur entsteht eine Instabilität im Kniegelenk. Die Ausbildung von schmerzhaften Knorpel- und Meniskusschädigungen bei chronischer Instabilität ist häufig.

 

Therapie:

Bei der vorderen Kreuzbandruptur ist neben der operativen Therapie auch eine konservative Therapie möglich. Die Art der Therapie wird individuell auf den Patienten und dessen Ansprüche angepasst.

Konservative Therapie:

Im höheren Lebensalter und bei Patienten mit geringer sportlicher Aktivität stellt die konservative Therapie eine Behandlungsmöglichkeit dar. Hier stehen der Muskelaufbau sowie die Verbesserung der propriozeptiven Fähigkeiten des Kniegelenks im Vordergrund.

Operative Therapie:

Der geeignete Operationszeitpunkt liegt 4-6 Wochen nach stattgehabter Ruptur. Nach diesem Zeitpunkt ist das Kniegelenk meist abgeschwollen und frei beweglich. Dies hat sich als günstig für ein gutes Ergebnis nach der Operation gezeigt.

 

Arthroskopischer vorderer Kreuzbandersatz:

Im Rahmen des operativen Eingriffs wird das gerissene Band durch eine körpereigene Sehne ersetzt. Ziel ist die anatomische Rekonstruktion um die normale Biomechanik des Kniegelenkes wiederherzustellen.

Die Wahl des Transplantats wird den Bedürfnissen des Patienten individuell angepasst. Folgende Transplantate stehen u.a. zur Verfügung:

-       Oberschenkelsehnen (Semitendinosussehne)

-       Kniescheibensehne (BTB-Technik)

-       Quadrizepssehne

 

Operationstechnik:

Die Operation erfolgt in allen Fällen in arhroskopischer Technik. Die Sehnenentnahme erfolgt bei der von uns präferierten Technik über einen ca. 3 cm langen Schnitt an der Innenseite des Schienbeinkopfes. Die korrekte Positionierung der Bohrkanäle an Scheinbein- und Oberschenkelknochen erfolgt arhroskopisch kontrolliert. Die Fixierung des Transplantats erfolgt über Techniken, die keine Entfernung nach Ausheilung im Verlauf notwendig machen. Eine evtl. notwendige Behandlung von Begleitverletzungen erfolgt im selben Eingriff. Die Dauer der Operation liegt bei ca. 60 Minuten. Bei Kindern mit offenen Wachstumsfugen erfolgt eine Modifikation der Operationstechnik bezüglich der Fixierung des Transplantates.

 

Nach der Operation:

Bei isolierten vorderen Kreuzbandersatz ist eine Entlastung an Gehstützen von zunächst 3 Wochen durchzuführen. In der 4. Woche nach OP ist eine Auflastung des Kniegelenkes bis Schmerzgrenze möglich. Eine Bewegungsschiene wird für die für die ersten 6 Wochen verordnet. Dabei ist die Beweglichkeit in den ersten 4 Wochen auf 60° dann für 2 Wochen auf 90° limitiert.

In den ersten 6 Wochen wird eine krankengymnastische Übungsbehandlung rezeptiert. Nach 6 Wochen kann eine ambulante Rehabilitationsmaßnahme beginnen. Fahrradfahren ist nach 6 Wochen möglich. Laufen (Joggen) zu ebener Erde kann nach 10-12 Wochen durchgeführt werden. Rotationssportarten wie Fußball, Handball etc. sollten nicht vor 9 Monaten durchgeführt werden. Hier sollte die Sportfreigabe nach individueller Beratung erfolgen.